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GENOCIDE-1938-DERSÝM SOYKIRIMI
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Atatürk beleidigt: Ermittlungen gegen Professor3. Dezember 2008, 02:43 Uhr / Welt Online Istanbul/Bremen - Ein türkischer Staatsanwalt ermittelt gegen den Bremer Professor Ronald Münch wegen Beleidigung des Republikgründers Mustafa Kemal Atatürk. Münch werde beschuldigt, Atatürk bei einem Vortrag auf einer Tagung des EU-Parlaments über Massaker im Osten der Türkei herabgewürdigt zu haben, berichteten türkische Medien. Der Staatsanwalt in Ankara habe angeordnet in Belgien wegen des Textes der Rede vorstellig zu werden. Bei einer Einreise in die Türkei drohten Münch im Falle einer Verurteilung bis zu drei Jahre Haft. Münch sagte dazu am Dienstag, er habe über Vorgänge in der heutigen Provinz Tunceli (ehemals Dersim) gesprochen, wo damals hauptsächlich Armenier und Aleviten lebten. Im Laufe der Zeit wurden Tausende von ihnen vertrieben. 1937 kam es zum Aufstand, den die Regierung blutig niederschlug. Mehrere zehntausend Menschen starben. In seinem Vortrag bewertete Münch diese Vorgänge rechtlich und kam zu dem Ergebnis, dass der damalige Präsident Mustafa Kemal Atatürk und sein Kabinett dafür verantwortlich sind. "Wenn das heute vor Gericht käme, wäre das eine Anklage wegen eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit und partiellen Völkermords", erklärte Münch. In der Forschung sei es normal, dass Geschichte nach heutigen Maßstäben neu bewertet werde. "In der Türkei findet die Aufarbeitung von Geschichte generell nicht statt, wie man am Völkermord an den Armeniern sehen kann", sagte Münch. "Das muss ein Land aber auf sich nehmen, um Verantwortung zu zeigen." Und das könne auch von einem Land erwartet werden, das Mitglied in der EU werden will, sagte er. lni
http://www.welt.de/welt_print/article2819103/Atatuerk-beleidigt-Ermittlungen-gegen-Professor.html
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